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MarioZschiesche

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Beitrag vom 02.06.2006 13:39
Re: supermichel

ex nihilo schrieb:
-------------------------------------------------------
> ach, supermario...
>
> vielleicht sollten SIE mal dran denken, daß in den
> späten zwangiger und frühen dreißiger jahren es -
> wenn wir, wie es nun vor allem mein thema ist, die
> ideologische seite betrachten - nicht nur
> irgendwelche parteien und formationen unterwegs
> waren, sondern namentlich auch bestimmte themen in
> der luft lagen und allerorten umgewälzt worden.
>
> in prominenter weise (und in der tat erschreckend,
> wenn man das heute mit einigermaßen wachen "augen"
> liest) dazu gehört das "ganzheitliche denken" (mit
> der kehrseite der kritik von recht und gesetz,
> finanzkapital und intellektuellen; aber freilich
> so eher nicht am kapitalistischen wirtschaften
> selbst) dazu.
>
> z.b. (wie SIE wohl wissen, oder zumindest wissen
> sollten und könnten) die deutsche straf- und
> sonstige "rechtswissenschaft" konnte von den
> zwanzigern in die dreißiger und vierziger nicht
> bloß im zeichen der reaktion, sondern gerade auch
> der (national-sozial) "fortschrittlichen" kräfte
> fröhlich weitermarschieren (unterwegs zu etwas
> besserem als dem bloßen, "abstrakten" recht;

Ja, das gab es alles, und so verdrängt ist das Wissen darüber heute m. E. gar nicht mehr. (In den Siebzigerjahren, an die Sie sich auf tazdiss so verklärt erinnern, sah das i. Ü. noch ganz anders aus, da war man unter anderem deswegen von Urteilsaufhebungen, Zwangsarbeiterentschädigungen, Gedenktagen, Mahnmalen etc. noch weit entfernt)

ach
> ja, und man hat es dann nach dem verlorenen krieg
> bloß umgetauft, und dabei erstmal einen tick ins
> unverbindlichere zurückgenommen: statt
> "konkret-allgemeiner begriff" hieß es dann
> "typenreihe").

Und da ist eben bekanntlich kein neuer Nazi-Staat draus entstanden - obwohl das seinerzeit vielen gut gepasst hätte -, weil die demokratischen Instanzen stark genug waren. Warum sollte das ausgerechnet heute
(> die aufkommende parallele,
sagen Sie) leichter möglich sein?

Karl

subversiv

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Beiträge: 1497


Beitrag vom 02.06.2006 14:39
Re: supermichel

MarioZschiesche schrieb:
-------------------------------------------------------
> Und da ist eben bekanntlich kein neuer Nazi-Staat
> draus entstanden - obwohl das seinerzeit vielen
> gut gepasst hätte -, weil die demokratischen
> Instanzen stark genug waren. Warum sollte das
> ausgerechnet heute
> (> die aufkommende parallele,
> sagen Sie) leichter möglich sein?

Mal umgekehrt gefragt:

Was und wer kann und will "es" denn verhindern?

Oder noch anders gefragt: Wer sind denn die "demokratischen Instanzen"und wer steckt in denen drin und mit welchen Interessen bzw. Nicht-Interessen?

Ein neuer Faschismus würde sicher ganz andere Formen und Reihenfolgen annehmen.

Gefährlich ist es deshalb, nur auf die historischen Formen zu starren und die - kapitalistischen! - Inhalte jeden Faschismus zu verdrängen.

Wer über Kapitalismus nicht reden will, der kann auch gar nicht über Faschismus nachdenken.

> 54, 74, 90, 2006
> ja so stimmen wir alle ein.
> Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im
> Bein
> werden wir Weltmeister sein

Mit der taz in der Hand
und dem Krampf im Bein
werden wir es aber
nimmer sein.

die rote Karte zeigt: - Karl

Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muß man die Umstände menschlich bilden.

MarioZschiesche

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Beitrag vom 02.06.2006 18:49
Re: supermichel

Karl schrieb:
-------------------------------------------------------

>
> Wer über Kapitalismus nicht reden will, der kann
> auch gar nicht über Faschismus nachdenken.

d. h. ist geistesgestört, wollen Sie wohl sagen.
>


Egon Boelkenkamp

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Beitrag vom 02.06.2006 21:51
Re: sozialstaatsabbau

Es bedeutet faktisch, dass beispielweise eine vierfache Mutter, die keine Ausbildung genossen hat, und nun vormittags zur Schule geht um ihr Abitur zu machen, um bessere Chancen auf eine Ausbildungsstelle zu haben oder um studieren zu können, mit dem Ziel, letztendlich nach vielleicht 6 Jahren ihren und den Lebensunterhalt ihrer Kinder selber bestreiten zu können, dieses Ziel vergessen kann, weil sie gezwungen wird, eine betriebliche Trainingsmaßnahme zu absolvieren, was Kaffeekochen in einem Büro/Firma/Arztpraxis bedeutet, um nach einem halben Jahr wieder zu Hause zu sitzen, denn diese Maßnahmen sind, ebenso wie die Ein-Euro-Jobs auf ein halbes Jahr begrenzt.
Sie bekommt also vielleicht ein halbes Jahr lang irgendeinen popligen Hilfsjob, denn sie hat ja keine Ausbildung, und muss dafür ihren Schulbesuch aufgeben, ohne dass es ihren Arbeitsvermittler interessiert hätte, dass sie auf dem Weg ist, ihr Abitur mit einem hervorragenden Schnitt zu absolvieren.
Sie wird 30 Jahre lang irgendwelche Handlangerdienste tun dürfen und am Ende eine lächerliche Rente erhalten und weiterhin auf staatliche Unterstützung angewiesen sein.
Hätte sie jedoch ihre beruflichen Ziele weiterverfolgen können, hätte sie eine reelle Chance gehabt, für sich und ihre Kinder selber zu sorgen und im Rentenalter auch von ihrer Rente leben zu können.
Das nenne ich mal eine ulkige Vorstellung angesichts der tatsächlichen Verhältnisse.

Rollimom

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Beitrag vom 02.06.2006 23:04
Re: sozialstaatsabbau

Egon Boelkenkamp schrieb:

Das nenne ich mal eine ulkige Vorstellung
angesichts der tatsächlichen Verhältnisse.

Das kannst du natürlich so ulkig finden wie du willst. Das eine ist eine Chance auf ein besseres Leben, das andere ist die Garantie, auch als Rentner auf staatliche Leistungen angewiesen zu sein.

Egon Boelkenkamp

Forumsketzer

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Beitrag vom 03.06.2006 10:06
Re: sozialstaatsabbau



Das eine ist eine Chance auf ein besseres Leben

Fügen Sie dem Beispiel doch mal die Parameter
- aktuelles Lebensalter;
- konkreter Berufswunsch;
- Durchlaufzeit bis zum angestrebten Schulabschluß;
- Durchschnittliche zum Berufswunsch passende Studien- /bzw. Ausbildungszeit;
- aus Lebensalter plus Schul- und Ausbildungszeiten resultierendes Berufseintrittsalter;
- Allgemeine Bereitschaft der AG, altermäßig recht fortgeschrittene BerufanfängerInnen einzustellen;
- zusätzlicher "Wettbewerbsnachteil "vierfache Mutter";
- aktueller Arbeitsmarktbedarf zu diesem Beruf;

hinzu, und bewerten Sie diese "Chance auf ein besseres Leben" (gemeint ist wohl vor allem ein Leben in mehr Wohlstand als momentan) noch mal darauf hin, wie "reell" sie in der derzeitigen und auf absehbare Zeit wahrscheinlich sich nicht verbessernden Arbeitsmarktlage ist.
Wenn es - theoretisch - nicht nur um mehr Geld, sondern auch um mehr Lebensqualität an sich gehen soll, sollten Sie hierbei auch die im Fall eines wider Erwarten zustande kommenden Vollzeitbeschäftigungsverhältnisses entstehende Doppelbelastung durch die Kombination Kind(er)&Beruf mit in Betracht ziehen.

das andere ist die Garantie, auch als Rentner auf staatliche Leistungen angewiesen zu sein.
Die Möglichkeit einer erfolgreichen Selbstständigkeit scheinen Sie von Vornherein auszuschließen.


„Ein gerechtes Ziel lässt sich nicht mit ungerechten Mitteln erreichen“
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2 mal bearbeitet. Zuletzt durch Egon Boelkenkamp am 03.06.06 12:12.

Rollimom

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Beitrag vom 03.06.2006 18:19
Re: sozialstaatsabbau

Egon Boelkenkamp schrieb:
------------------------------------------------------


Fügen Sie dem Beispiel doch mal die Parameter
- aktuelles Lebensalter;
- konkreter Berufswunsch;
- Durchlaufzeit bis zum angestrebten
Schulabschluß;
- Durchschnittliche zum Berufswunsch passende
Studien- /bzw. Ausbildungszeit;
- aus Lebensalter plus Schul- und
Ausbildungszeiten resultierendes
Berufseintrittsalter;
- Allgemeine Bereitschaft der AG, altermäßig recht
fortgeschrittene BerufanfängerInnen einzustellen;
- zusätzlicher "Wettbewerbsnachteil "vierfache
Mutter";
- aktueller Arbeitsmarktbedarf zu diesem Beruf;

hinzu, und bewerten Sie diese "Chance auf ein
besseres Leben" (gemeint ist wohl vor allem ein
Leben in mehr Wohlstand als momentan) noch mal
darauf hin, wie "reell" sie in der derzeitigen und
auf absehbare Zeit wahrscheinlich sich nicht
verbessernden Arbeitsmarktlage ist.
Wenn es - theoretisch - nicht nur um mehr Geld,
sondern auch um mehr Lebensqualität an sich gehen
soll, sollten Sie hierbei auch die im Fall eines
wider Erwarten zustande kommenden
Vollzeitbeschäftigungsverhältnisses entstehende
Doppelbelastung durch die Kombination
Kind(er)&Beruf mit in Betracht ziehen.

...
Die Möglichkeit einer erfolgreichen
Selbstständigkeit scheinen Sie von Vornherein
auszuschließen.



Mit dem ersten Teil deiner Antwort hast du recht.
Aber ich sprach ja auch von einer Chance. Im übrigen werden Kinder älter.

Mit dem zweiten Teil deiner Antwort hast du nicht ganz recht, denn du hast das, was schon vorher geschrieben wurde, nicht beachtet.

Der Ausgangspunkt war, dass der Schulbesuch einer ALG II - Empfänger gefährdet ist, weil.....

Welche Art der Selbstständigkeit kann jemand wohl erfolgreich ausüben, der nicht mal eine anständige Schulbildung hat?
Und bitte verkneife dir den Hinweis auf das Rotlichtmilieu.

Egon Boelkenkamp

Forumsketzer

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Beitrag vom 03.06.2006 19:27
Re: sozialstaatsabbau

Mit dem ersten Teil deiner Antwort hast du recht.
Aber ich sprach ja auch von einer Chance. Im übrigen werden Kinder älter.

Falsch. Sie sprachen (gegenüber Frau Burger) von einer "reellen" Chance:
Hätte sie jedoch ihre beruflichen Ziele weiterverfolgen können, hätte sie eine reelle Chance gehabt, für sich und ihre Kinder selber zu sorgen

Wie "reell" diese Chance ist, können Sie sich ja nun leicht selbst ausrechnen, so wie es der Arbeitsberater in Ihrem Beispiel ja bereits getan und die sich daraus ergebenden Konsequenzen gezogen hat.

Mit dem zweiten Teil deiner Antwort hast du nicht ganz recht, denn du hast das, was schon vorher geschrieben wurde, nicht beachtet.
Der Ausgangspunkt war, dass der Schulbesuch einer ALG II - Empfänger gefährdet ist, weil.....

Wieder falsch. Ich habe - wie auch für Sie leicht nachzulesen ist - sogar Dinge beachtet, die Ihnen in Ihrer einseitigen Darstellung ganz offensichtlich nicht in den Sinn gekommen sind, was einer bei Ihnen möglicherweise vorliegenden weitgehenden Realitätsfremdheit die derzeitige Situation am Arbeitsmarkt betreffend geschuldet sein mag.

Nochmal zur Verdeutlichung:
welchen Sinn macht die Finanzierung einer schulischen und womöglich sich anschließenden beruflichen Ausbildung, wenn klar ist, dass die Beschäftigungsaussichten auf Grund der Kombination aus persönlichen Lebensumständen, rigider Einstellungspolitik der Arbeitgeber sowie allgemein katastrophaler Arbeitmarktsituation ohnehin gleich Null sind?

Welche Art der Selbstständigkeit kann jemand wohl erfolgreich ausüben, der nicht mal eine anständige Schulbildung hat?

Seien Sie kreativ. Oder fragen Sie doch einen Kundenberater der Agentur für Arbeit.
Oder, vielleicht noch besser: investieren Sie mal einen Tausender oder zwei und nehmen Sie sich Zeit, sich von einem freiberuflichen Coach beraten zu lassen. Der macht dann mit Ihnen so eine Art Potentialanalyse und weiß dann, worin Ihre Zukunft liegt. Und wenn Sie noch einen Tausender drauflegen, verrät er Ihnen vielleicht sogar das Geheimnis vom Weg in den verdeckten Arbeitsmarkt, quasi eine Art Jobvermittlungsgarantie.

Und bitte verkneife dir den Hinweis auf das Rotlichtmilieu.
Sie sollten davon Abstand nehmen, mir Ihre Schmuddel-Denkweise unterschieben zu wollen, schon gar in Ihrer Funktion als Moderatorin.




„Ein gerechtes Ziel lässt sich nicht mit ungerechten Mitteln erreichen“
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Rollimom

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Beitrag vom 03.06.2006 22:43
Re: sozialstaatsabbau

Egon Boelkenkamp schrieb:
------------------------------------------------------


Wie "reell" diese Chance ist, können Sie sich ja
nun leicht selbst ausrechnen, so wie es der
Arbeitsberater in Ihrem Beispiel ja bereits getan
und die sich daraus ergebenden Konsequenzen
gezogen hat.
Sehr kreativ, wie du versuchst, der ganzen Angelegenheit mit der vierfachen Mutter einen ach so persönlichen Anstrich zu verleihen.

Aus deinem reichen Schatz an Erfahrungen hättest du schöpfen können und dann wäre dir bestimmt aufgefallen, dass Fallberater in den seltensten Fällen etwas ausrechnen.
Sie sind Befehlsempfänger, führen Weisungen aus, deren Tragweite ihnen entweder gleichgültig oder nicht einmal bewusst sind.


Wieder falsch. Ich habe - wie auch für Sie leicht
nachzulesen ist - sogar Dinge beachtet, die Ihnen
in Ihrer einseitigen Darstellung ganz
offensichtlich nicht in den Sinn gekommen sind,
was einer bei Ihnen möglicherweise vorliegenden
weitgehenden Realitätsfremdheit die derzeitige
Situation am Arbeitsmarkt betreffend geschuldet
sein mag.
http://forum.machiko.de/images/smiles/icon_lol.gif
Nochmal zur Verdeutlichung:
welchen Sinn macht die Finanzierung einer
schulischen und womöglich sich anschließenden
beruflichen Ausbildung, wenn klar ist, dass die
Beschäftigungsaussichten auf Grund der Kombination
aus persönlichen Lebensumständen, rigider
Einstellungspolitik der Arbeitgeber sowie
allgemein katastrophaler Arbeitmarktsituation
ohnehin gleich Null sind?

Was fragst du das mich? Ich kenne allerdings in meinem persönlichen Umfeld einen Mann, der bereits seine dritte Ausbildung so gut wie hinter sich gebracht hat. Die letzte hat das AA drei Jahre lang bezahlt.
Dieser Mann ist übrigens 45 Jahre alt, also so jung und frisch nun auch nicht.



Seien Sie kreativ. Oder fragen Sie doch einen
Kundenberater der Agentur für Arbeit.
Oder, vielleicht noch besser: investieren Sie mal
einen Tausender oder zwei und nehmen Sie sich
Zeit, sich von einem freiberuflichen Coach beraten
zu lassen. Der macht dann mit Ihnen so eine Art
Potentialanalyse und weiß dann, worin Ihre Zukunft
liegt. Und wenn Sie noch einen Tausender
drauflegen, verrät er Ihnen vielleicht sogar das
Geheimnis vom Weg in den verdeckten Arbeitsmarkt,
quasi eine Art Jobvermittlungsgarantie.
Ts ts ts, es ist so früh am Abend und du hast schon solche Mengen an illegalen Substanzen eingenommen, dass solch ein Geschreibsel dabei herauskommt.

Sie sollten davon Abstand nehmen, mir Ihre
Schmuddel-Denkweise unterschieben zu wollen, schon gar in Ihrer Funktion als Moderatorin.

Ach Egon, du dauerst mich.

Was ist denn eine Schmuddel-Denkweise? Du gibst dich ja frommer als ein ZJ.
In meiner Funktion als Moderatorin schreibe ich genau dasselbe wie in meiner Funktion als Userin dieses Forums.
Nur als Userin schreibe ich nicht immer dasselbe wie als Moderatorin.

ex nihilo

antiantiimperialist

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Beitrag vom 03.06.2006 22:48
Re: sozialstaatsabbau

wirklich sehr überzeugend. wer auch nur irgendwie auf eine fortexistenz von gnaden des arbeitsmarktes setzt, ist "ulkig". das fröhlich-unverdroßne loblied auf die segnungen von "selbständigkeit" und "coaching" dagegen nicht?



>anchors aweigh<

Martin S

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Beitrag vom 03.06.2006 22:51
Re: sozialstaatsabbau

wasich mich frage: warum antwortest du auf egon?

Martin S

hier nicht geltende regeln
dafür aber hier:
tazdissV3.3b

Rollimom

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Beitrag vom 03.06.2006 23:27
Re: sozialstaatsabbau

Martin S schrieb:
-------------------------------------------------------
was ch mich frage: warum antwortest du auf egon?
Martin S


Ja mei, weil ich halt so höflich bin.

Egon Boelkenkamp

Forumsketzer

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Beitrag vom 04.06.2006 10:47
Re: sozialstaatsabbau

Sehr kreativ, wie du versuchst, der ganzen Angelegenheit mit der vierfachen Mutter einen ach so persönlichen Anstrich zu verleihen.
Es ist Ihr Beispiel, nicht meines; was ist mit den restlichen Parametern, kommt da noch was?

Aus deinem reichen Schatz an Erfahrungen hättest du schöpfen können und dann wäre dir bestimmt aufgefallen, dass Fallberater in den seltensten Fällen etwas ausrechnen.
Ich jedenfalls kann Ihre Vorurteile gegenüber Fallberatern nicht bestätigen.

Sie sind Befehlsempfänger, führen Weisungen aus, deren Tragweite ihnen entweder gleichgültig oder nicht einmal bewusst sind.
Weil sie Entscheidungen auf der Basis von Erfahrungen und Erkenntnissen treffen, die den Horizont der Betroffenen dieser Entscheidungen mitunter übersteigen, so wie augenscheinlich in dem von Ihnen gegebenen Beispiel geschehen?


Was fragst du das mich? Ich kenne allerdings in meinem persönlichen Umfeld einen Mann, der bereits seine dritte Ausbildung so gut wie hinter sich gebracht hat. Die letzte hat das AA drei Jahre lang bezahlt.
Dieser Mann ist übrigens 45 Jahre alt, also so jung und frisch nun auch nicht.
Schlechtes Beispiel, da zum Vergleich völlig ungeeignet.

Ts ts ts, es ist so früh am Abend und du hast schon solche Mengen an illegalen Substanzen eingenommen, dass solch ein Geschreibsel dabei herauskommt.
Ad hominem statt Argumente - so kennt man Sie.

Ach Egon, du dauerst mich.
Sie mich auch.

Was ist denn eine Schmuddel-Denkweise? Du gibst dich ja frommer als ein ZJ.
Nur weil ich mich im Gegensatz zu Ihnen mit dem Posten von Schmuddelbildchen und -witzen zurückhalte?

In meiner Funktion als Moderatorin schreibe ich genau dasselbe wie in meiner Funktion als Userin dieses Forums.
Ein Kneipenwirt ist immer im Dienst - egal, ob er vor oder hinter dem Tresen steht.

„Ein gerechtes Ziel lässt sich nicht mit ungerechten Mitteln erreichen“
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Egon Boelkenkamp

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Beitrag vom 04.06.2006 11:13
Re: sozialstaatsabbau

wirklich sehr überzeugend. wer auch nur irgendwie auf eine fortexistenz von gnaden des arbeitsmarktes setzt, ist "ulkig".
Von "irgendwie" war in Frau Rollimoms Beispiel nicht die Rede.
Eher davon, dass jemand, der im fortgeschrittenen Alter seine persönliche, bestenfalls "unorthodox" zu nennende und von Versorgungsmentalität gekennzeichnete Lebensplanung nun als Sackgasse identifiziert und jetzt meint, für die Finanzierung seiner geänderten Selbstverwirklichungspläne die Gemeinschaft nach Belieben in Regress nehmen zu können unter geflissentlicher Ignorierung der realen gesellschaftlichen Verhältnisse.

das fröhlich-unverdroßne loblied auf die segnungen von "selbständigkeit" und "coaching" dagegen nicht?
Dass es für jemanden, der sich auf einen beschaulichen Spaziergang in die Institutionen begeben hat mit dem Ziel, es sich dort dauerhaft gemütlich zu machen, keine Alternative darstellt, Eigeninitiative zu ergreifen, kann ich wohl verstehen.

„Ein gerechtes Ziel lässt sich nicht mit ungerechten Mitteln erreichen“
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1 mal bearbeitet. Zuletzt durch Egon Boelkenkamp am 04.06.06 13:55.

ex nihilo

antiantiimperialist

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Beitrag vom 04.06.2006 15:52
Re: sozialstaatsabbau

ad 1) finde ich, daß IHRE "originelle" art des "querdenkens" allmählich mal wieder (wobei ich im konzept der "versogermentalität" allerdings das psychopathologische zusammentreffen unterschiedlicher projektionen zu bewundern vermag) in jene ad personam gehende gehässigkeit ausartet, die spätestens aus der tugend eine notdurft macht.

ad 2) wiederum ist es doch immer wieder beruhigend, wie wenig an kenntnis von den persönlichen lebensverhältnissen der userinnen und user sich hier (und anderswo im virtuellen raum des schönen textes) verbreitet.



>anchors aweigh<

Egon Boelkenkamp

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Beitrag vom 04.06.2006 18:19
Re: sozialstaatsabbau

ad 1) finde ich, daß IHRE "originelle" art des "querdenkens" allmählich mal wieder (wobei ich im konzept der "versogermentalität" allerdings das psychopathologische zusammentreffen unterschiedlicher projektionen zu bewundern vermag) in jene ad personam gehende gehässigkeit ausartet, die spätestens aus der tugend eine notdurft macht.
Was Sie Querdenkern und kritischen Geistern gerne mal an körperlicher Gewalt widerfahren lassen möchten - natürlich, ohne sich selber die Hände schmutzig machen zu müssen -, ist ja hinlänglich bekannt.

Und auch, welche Userin sich bei der Gelegenheit für Sie in die Bresche geworfen und die Verbreitung Ihrer Gewaltphantasien in ihrer Funktion als Moderatorin ausdrücklich gebilligt hat:

[www.rolofs.net]




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1 mal bearbeitet. Zuletzt durch Egon Boelkenkamp am 04.06.06 19:02.

Karl

subversiv

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Beitrag vom 04.06.2006 18:58
Re: supermichel

Karl schrieb:
Wer über Kapitalismus nicht reden will, der kann auch gar nicht über Faschismus nachdenken.

MarioZschiesche schrieb:
d. h. ist geistesgestört, wollen Sie wohl sagen.

Wenn du dich selbst als "geistesgestört" bezeichen willst, ist das deine Sache.

Ich wäre in diesem Fall der letzte, der da widersprechen würde.

Es gibt Leute, die Stimmen hören, wo keine sind.

Und es gibt Leute, die bestimmte Wörter lesen, wo keine solchen zu lesen sind.

Karl

Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muß man die Umstände menschlich bilden.

Karl

subversiv

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Beitrag vom 04.06.2006 19:27
Sozialstaatsabbau & Meinungs"freiheit"

Egon Boelkenkamp schrieb:
-------------------------------------------------------
> Zitat:wirklich sehr überzeugend. wer auch nur
> irgendwie auf eine fortexistenz von gnaden des
> arbeitsmarktes setzt, ist "ulkig".
> Von "irgendwie" war in Frau Rollimoms Beispiel
> nicht die Rede.
> Eher davon, dass jemand, der im fortgeschrittenen
> Alter seine persönliche, bestenfalls "unorthodox"
> zu nennende und von Versorgungsmentalität
> gekennzeichnete Lebensplanung nun als Sackgasse
> identifiziert und jetzt meint, für die
> Finanzierung seiner geänderten
> Selbstverwirklichungspläne die Gemeinschaft nach
> Belieben in Regress nehmen zu können unter
> geflissentlicher Ignorierung der realen
> gesellschaftlichen Verhältnisse.
>
Zitat:das fröhlich-unverdroßne loblied auf die
> segnungen von "selbständigkeit" und "coaching"
> dagegen nicht?
> Dass es für jemanden, der sich auf einen
> beschaulichen Spaziergang in die Institutionen
> begeben hat mit dem Ziel, es sich dort dauerhaft
> gemütlich zu machen, keine Alternative darstellt,
> Eigeninitiative zu ergreifen, kann ich wohl
> verstehen.

Die Arbeiter heißen Arbeiter, weil sie arbeiten.
Die Unternehmer heißen Unternehmer, weil sie was unternehmen.
Würden die Arbeiter was unternehmen,
müssten die Unternehmer arbeiten.


Bertolt Brecht

Im folgenden ein paar Berichte, in denen Leute Eigeninitiative ergriffen haben:

1. Polizeiübergriffe auf Demo gegen Sozialabbau

2.

Am Abschlussplatz gings dann nochmal ziemlich derb ab. Die Bullen nahmen einen Punker fest und ein grossteil der Demo (nicht nur Schwarzkapuzen, viele WASGler, SAVler, DKPler, IG-Metall etc) kesselte die Bullen ein. die brauchten mehrere Minuten um sich aus der Demo rauszuprügeln, wurde mit flaschen und Fahnestangen bzw WASG-Schildern bearbeitet. Dabei standen meist junge Antifas in Ketten um die Bullen und alte Menschen zwischen den Fronten und versuchten die Bullen zu behruigen und sie von der Gewalt abzubringen, mit dem Ergebniss das sie massiv Pfefferspray und Knüppel ins Gesicht bekammen, daraufhin prügelten alle auf die Bullen ein. Das ging mehrmals so , bis die Cops endlich aus der Demo geprügelt waren.
Mensch konnte sehn das die Bullen wirklich riesen Schiss hatten, etwas koordinierter und sie haben KEINE chance. Auf jeden Fall war das Grundgefühl heute untereinander Solidarischer als früher. Schön. Die Gewerkschafter machen nicht mehr die bösen "Autonomen" für die Gewalt verantworltich, wie früher, sondern die Bullen. Und die Autonomen brachten auch keine Schwachsinnsaktionen sondern haben vorbildlich Ketten gebildet und sich nicht provozieren lassen. Alles in allem eine kämpferische und schrecklinch nasse Demo. Die berliner Polizei hat sich so aufgefürth wie auf jeder kleinen Antifa-Demo, haben aber erleben müssen das das auf ner grossen Sozialabbau-Demo nicht so gut funktioniert. Und zwar weil die "normalen" demonstranten nicht mehr schnell das weite suchen und die Polizei den "harten Kern" plattmachen lässt, sondern sich solidairisiert und gegen Polizeigewalt protestiert. Erstmal friedlich, aber wenn sie von den Cops verdroschen werden schlagen sie engagierter zurück als so mancher autonomer Antifa. (...)

Es gab mehr als zwei Angriffe auf den Block, es waren insgesamt vier Angriffe der Cops. Sie wurden allerdings alle vier erfolgreich zurückgeschlagen / abgedrängt. Einzelne Festnahmen sind zwar auch nicht toll, aber es ist den Pigs nicht gelungen in den Block reinzugehen bzw. ihn auseinanderzusprengen oder am Weiterlaufen zu hindern.
Es sollte auch noch positiv erwähnt werden, dass sich nicht nur die DemoteilnehmerInnen nicht haben spalten lassen, sondern das auch von der Tribüne aus die Bullen am Schluss aufgefordert wurden zu gehen und ganz klar gesagt wurde "der Angriff der Polizei wurd als ein Angriff auf alle, auf die gesamte Demonstration gewertet, es ist ein Angriff auf die Proteste und da kann es nur eine Antwort geben: die Proteste ausweiten und französische Verhältnisse schaffen."

Alles in allem ein Erfolg


[de.indymedia.org]

3.

der brutale polizeieinsatz war denn auch auf der abschlußkundgebung ein zentrales thema und wurde scharf verurteilt, zumal es am rande der kundgebung nochmals zu auseinandersetzungen kam. von den rednern wurden tom adler (betriebsrat bei daimler chrysler), tobias pflüger (informationsstelle militarisierung) und sidar demirdögem (bundesverband der migrantinnen) mit dem stärksten applaus bedacht. tom adler sparte dabei nicht mit kritik an der kuschelpolitik der gewerkschaften und forderte diese auf, endlich kämpferischer zu werden. generell wurden die spaltungsversuche zwischen erwerbslosen und arbeitern, deutschen und migranten sowie studierenden und rentnern verurteilt. nur gemeinsam sind wir stark und können das heft des handelns in die hand nehmen!
[de.indymedia.org]

Wenn man so liest, wie die Polizei Hand in Hand mit Neonazis versucht, die sozialen Proteste einzuschüchtern, dann weiß man gleich, was die Stunde wieder mal geschlagen hat.

Es ist doch eine Schande, dass diese angebliche "Demokratie" nicht eine einzige kapitalkritische Demo aushält ...-!

Karl

Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muß man die Umstände menschlich bilden.

Leo Plegger

registriert am 17.03.2005



Beiträge: 1284


Beitrag vom 06.06.2006 23:12
Re: Sozialstaatsabbau & Meinungs"freiheit"

Karl schrieb:
----------------------------------------
> Es ist doch eine Schande, dass diese angebliche
> "Demokratie" nicht eine einzige kapitalkritische
> Demo aushält ...-!

Wenn der dummdreiste Strassenmob aus deinem Augenzeugenbericht Kapitalkritik repräsentierte
oder gar irgendeine Spielart von Demokratie, dann wäre es wirklich schlecht um diese Dinge bestellt.

Ich ging die Tage in Ostdeutschland an der Ecke Ernst-Thälmann-Strasse/Richard-Wagner-Strasse
spazieren. Das finde ich mal eine geschmackvolle Zusammenstellung.

ex nihilo

antiantiimperialist

registriert am 16.01.2005



Beiträge: 4469


Beitrag vom 06.06.2006 23:15
geschmackvoll

Richard-Wagner-Strasse
bist du sicher, daß nicht der "deutsch-rumänische" schriftsteller gemeint ist?


>anchors aweigh<



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