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frajo

nomade

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Beitrag vom 31.08.2008 19:12
ARD-zensur: "ergebnis eines normalen und notwendigen journalistischen auswahlprozesses"

ein fall von politischer zensur bei der ARD

am 2008.0830.1710 gibt es im ARD-fernsehen ein interview von thomas roth, studioleiter der ARD in moskau, mit wladimir putin, ministerpräsident rußlands.

thomas roth:
Rund eine Stunde dauerte das Interview - übrigens ohne jede Themenbeschränkung.
von diesem interview werden in der ARD ca. 10 minuten ausgestrahlt.

interessant ist dabei, welche teile des interviews nicht gesendet wurden.
russischkundige TV-konsumenten hatten gelegenheit, das ungekürzte interview im russischen fernsehen zu verfolgen.

für nicht-fernseher und für nicht des russischen kundige gibt es - dem internet sei dank - eine deutsche textfassung des vollständigen interviews, mit markierung der von der ARD geschnittenen passagen.

auf nachfragen verstörter zuschauer gab es im tagesschau-blog (eintrag #74) eine offizielle sprachregelung zur stattgefundenen zensur:

tagesschau:
Die Kollegen in Russland haben - zum Teil - einen anderen Fokus als die ARD gewählt. Dies ist das Ergebnis eines normalen und notwendigen journalistischen Auswahlprozesses und hat – mit einer von welchen Stelle auch immer verordneten – Zensur nichts zu tun.

jetzt wissen wir also, daß alles, was wir bisher als zensur aufgefaßt haben (in china, rußland, der DDR und anderen "bösen" ländern) lediglich eine andere fokus-wahl war und das ergebnis eines normalen und notwendigen journalistischen auswahlprozesses darstellt. grinning smiley

ohne einen solchen normalen und notwendigen journalistischen auswahlprozeß wäre der nachrichteninteressierte schutzlos quellen wie diesen ausgeliefert:
[de.youtube.com]
[de.youtube.com]
[de.youtube.com]

Karl

subversiv

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Beitrag vom 31.08.2008 19:34
Re: ARD-zensur: "ergebnis eines normalen und notwendigen journalistischen auswahlprozesses"


frajo:
jetzt wissen wir also, daß alles, was wir bisher als zensur aufgefaßt haben (in china, rußland, der DDR und anderen "bösen" ländern) lediglich eine andere fokus-wahl war und das ergebnis eines normalen und notwendigen journalistischen auswahlprozesses darstellt. grinning smiley

Ja, aber weisst Du denn nicht? Es handelt sich bei dieser durch gewisse Gremien durchgeführten Fokus-Wahl um eine höhere, westliche (- oha, oha! -) Pädagogik! winking smiley

Und der muss man doch blind vertrauen, während man der Fokus-Auswahl in Russland und China ein gesundes Misstrauen entgegen bringen muss als gewohnt kritischer Wrestler ... äh ... Westler ...- smoking cool smiley

Karl

Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muß man die Umstände menschlich bilden.



1 mal bearbeitet. Zuletzt durch Karl am 31.08.08 19:35.

Leo Plegger

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Beitrag vom 31.08.2008 22:26
Wo Zensoren Zensur wahrnehmen

frajo schrieb:
-------------------------------------------------------
> jetzt wissen wir also, daß alles, was wir bisher
> als zensur aufgefaßt haben (in china, rußland,
> der DDR und anderen "bösen" ländern) lediglich
> eine andere fokus-wahl war und das ergebnis eines
> normalen und notwendigen journalistischen
> auswahlprozesses darstellt. grinning smiley

Das wusstest du schon immer. Wie auch anders? Dir sind diese Ordnungen der
westlichen Gesellschaftsordnung gleichwertig, wenn nicht überlegen. Du machst
keinen Unterschied, ob eine Rundfunkanstalt (von vielen) sich entschliesst, ein
Interview zu kürzen, oder ob ein Staat sämtliche Medien kontrolliert und
generell bestimmt, was veröffentlicht werden darf und was nicht. Du verstehst
diesen Unterschied nicht einmal, aus deiner Sicht sind alle westlichen
Medien "gleichgeschaltet". Dass überall in Deutschland der Text dieses
bahnbrechenden Interviews zugreifbar ist, dass niemand gehindert ist, sich einen
Einblick in die Denkweise des russischen Ministerpräsidenten zu verschaffen, das
kümmert dich und jene deines Geistes gar nicht - fröhlich wird denunziert
und "Zensur!" gekräht.

Das ist nicht neu, die Unredlichkeit solcher Vorgehensweisen und deine Affinität
zu ihnen sind altbekannt. Wenige Interviews werden in voller Länge gesendet, aber
jetzt, wo es den Herrn Putin betrifft, der endlich das Sehnen gewisser Kreise
erhörte und Rache nahm für den Zusammenbruch Jugoslawiens, der den Georgiern
stellvertretend für all die US-Imperialisten, Zionazis, Kapitalistenschweine und
rot-grünen Angriffskriegsbefürworter, an die Ostalgiker und Ex-K-Gruppler nicht
rankommen, blutig eins auf's Haupt gab, jetzt, wo nicht jeder Nebensatz dieses
Mannes den Deutschen via TV zur Bewunderung vorgelegt wird, jetzt drehen die
üblichen Verdächtigen mal wieder ein mächtig großes Rad. Selbstverständlich
interessiert sie Südossetien so wenig wie vorher Tschetschenien, der Kosovo oder
Afghanistan. Interesse haben sie, wie üblich, ausschliesslich daran, ihre
Gesinnung zu beweisen.

Es wäre schön gewesen, wenn die ARD sich die Zeit genommen hätte, das Interview
in ganzer Länge zu senden. Sendeplatz egal, wer sich interessiert, wird es sehen.
Das kann man der ARD vorwerfen: dass sie die Chance verpasst hat, zur politischen
Diskussion mehr beizutragen als sonst. Von Zensur ist hier keine Spur, aber
wenigstens haben die Feinde freier Gesellschaften ihren Spaß.

frajo

nomade

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Beitrag vom 31.08.2008 23:48
Leo Pleggers "freie gesellschaft"


Leo Plegger:
Du machst keinen Unterschied, ob eine Rundfunkanstalt (von vielen) sich entschliesst, ein Interview zu kürzen, oder ob ein Staat sämtliche Medien kontrolliert und generell bestimmt, was veröffentlicht werden darf und was nicht.

die öffentlich-rechtliche, GEZ-zwangsfinanzierte ARD ist d.e. "eine rundfunkanstalt von vielen".



Leo Plegger:
Wenige Interviews werden in voller Länge gesendet, aber jetzt, wo es den Herrn Putin betrifft, der endlich das Sehnen gewisser Kreise erhörte und Rache nahm für den Zusammenbruch Jugoslawiens

[1]
der "zusammenbruch jugoslawiens" - ein aufhebenswertes kleinod pleggerscher rhetorik.
[2]
das interview wurde von der ARD nicht nur nicht in voller länge gesendet. es wurde um mehr als die hälfte gekürzt. zudem wurde die gekürzte version (anfangs) als "das interview im wortlaut" angepriesen, ohne hinweis auf die kürzungen. es wurde nicht einmal komplett ins internet gestellt.



Leo Plegger:
Das kann man der ARD vorwerfen: dass sie die Chance verpasst hat, zur politischen Diskussion mehr beizutragen als sonst.

sie hat erheblich zur politischen diskussion beigetragen. was sie verpaßte, war eine chance, das angeschlagene image der öffentlich-rechtlichen nicht weiter zu derangieren.
aber nach den linientreuen ausstrahlungen zu den olympischen spielen waren die ordnungs- und ruhestiftenden ressourcen wohl erschöpft und so kam es nach den blamablen berichterstattungen zum hergang des georgischen sechs-tage-krieges und zu den deutschen kindererschießern in afghanistan zu einer weiteren pleite im einst wohlorganisierten sprachregelungsbetrieb.



Leo Plegger:
Von Zensur ist hier keine Spur

wer redet denn von zensur? es war das "ergebnis normaler und notwendiger journalistischer auswahlprozesse".


Leo Plegger:
aber wenigstens haben die Feinde freier Gesellschaften ihren Spaß.

du meinst freie gesellschaften wie jene, die in ihren "eingliederungsvereinbarungen" den satz
Sie sind verpflichtet, Änderungen ... unverzüglich mitzuteilen und bei einer Ortsabwesenheit vorab die Zustimmung des persönlichen Ansprechpartners einzuholen.
unterschreiben läßt.

Leo Plegger

registriert am 17.03.2005



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Beitrag vom 01.09.2008 00:19
Re: Leo Pleggers "freie gesellschaft"

frajo schrieb:
-------------------------------------------------------
> der "zusammenbruch jugoslawiens" - ein
> aufhebenswertes kleinod pleggerscher rhetorik.

Russland ist inzwischen auf die westliche Linie eingeschwenkt und unterstützt
offensichtlich die Unabhängigkeit kleinerer Nationen von ihren Bedrückern. Wann
revidierst du deinen nationalistischen Fehltritt der Unterstützung des serbischen
Apartheidstaats?

> das interview wurde von der ARD nicht nur nicht in
> voller länge gesendet. es wurde um mehr als die
> hälfte gekürzt. zudem wurde die gekürzte
> version (anfangs) als "das interview im wortlaut"
> angepriesen, ohne hinweis auf die kürzungen. es
> wurde nicht einmal komplett ins internet
> gestellt.

Na und? Gibt es eine Pflicht dazu? Als es hier noch Nutzer gab, bist du viel
schlimmer mit deren Äusserungen verfahren.

> aber nach den linientreuen ausstrahlungen zu den
> olympischen spielen

Oh, die habe ich nicht verfolgt. Was soll ich mir die triumphalen Willensinszenierungen
einer totalitären Diktatur ansehen? Von der Eröffnungsfeier allerdings sah ich die illuminierten
Schritte und fand sie toll, aber ach, kaum stellen die mal was wirklich Schönes auf die Beine,
erweist es sich prompt als Fälschung.

Deshalb weiß ich nicht, was du mit "linientreu" meinst.

> den deutschen kindererschießern

Muß es nicht Kindertotmacher heißen? Was sagt dein Wörterbuch des zynisch-bigotten Misanthropen dazu?

> wer redet denn von zensur?

Du. Bereits in deiner Überschrift.

> du meinst freie gesellschaften wie jene, die in
> ihren "eingliederungsvereinbarungen" den satzSie
> sind verpflichtet, Änderungen ... unverzüglich
> mitzuteilen und bei einer Ortsabwesenheit vorab
> die Zustimmung des persönlichen Ansprechpartners
> einzuholen. unterschreiben läßt.

Exakt die, die inzwischen die Nase voll hat, sich von irgendwelchen Luschen
ständig verarschen zu lassen.

Karl

subversiv

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Beitrag vom 02.09.2008 19:15
Re: Leo Pleggers "freie gesellschaft"


Leo Plegger:

frajo:
du meinst freie gesellschaften wie jene, die in ihren "eingliederungsvereinbarungen" den satz Sie sind verpflichtet, Änderungen ... unverzüglich mitzuteilen und bei einer Ortsabwesenheit vorab die Zustimmung des persönlichen Ansprechpartners einzuholen. unterschreiben läßt.

Exakt die, die inzwischen die Nase voll hat, sich von irgendwelchen Luschen ständig verarschen zu lassen.

Mit was "verarschen" denn die "Luschen" die "freie Gesellschaft"? Das ist ja wohl ein Oberwitz für Obermenschen. (Hö hö!)

Was die freie Rede angeht, so hat hier die Junge Welt der "freien Gesellschaft" in der BRDDR mal etwas auf die Sprünge geholfen. Was der "öffentlich-rechtliche" Kanal nicht kann, die Junge Welt kann es:

»Wir sind das Opfer der Aggression«
Dokumentiert. Das ARD-Interview mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin vom 29.8.2008 im vollen Wortlaut


Am vergangenen Freitag sendete die ARD im Spätprogramm ein Interview ihres Rußland-Korrespondenten Thomas Roth mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin. Gegenstand war die jüngste Krise im Kaukasus. Nach der Ausstrahlung meldeten sich zahlreiche Kritiker zu Wort, die der Rundfunkanstalt vorwarfen, das Gespräch sinnentstellend gekürzt zu haben, was einer Zensur gleichkomme. Im folgenden dokumentieren wir das im Internet veröffentlichte Interview (putin-ard.blogspot.com) im Wortlaut – kursiv gesetzt sind die Passagen, die den ARD-Kürzungen zum Opfer fielen.

Thomas Roth: Herr Ministerpräsident, nach der Eskalation in Georgien sieht das Bild in der internationalen Öffentlichkeit so aus – damit meine ich Politik, aber auch Presse: Rußland gegen den Rest der Welt. Warum haben Sie Ihr Land mit Gewalt in diese Situation getrieben?

[kursiv] Wladimir Putin: Was meinen Sie, wer hat den Krieg begonnen?

Roth: Der letzte Auslöser war der georgische Angriff auf Tschinwali.

Wladimir Putin: Ich danke Ihnen für diese Antwort. So ist es auch, das ist die Wahrheit. Wir werden dieses Thema später ausführlicher erörtern. Ich möchte nur anmerken, daß wir diese Situation nicht herbeigeführt haben. [kursiv Ende]

Ich bin überzeugt, daß das Ansehen eines jeden Landes, das imstande ist, das Leben und die Würde der Bürger zu verteidigen, eines Landes, das eine unabhängige Außenpolitik betreiben kann, daß das Ansehen eines solchen Landes mittel- oder langfristig steigen wird. Umgekehrt: Das Ansehen der Länder, die in der Regel die Interessen anderer Staaten bedienen, die die eigenen nationalen Interessen vernachlässigen – unabhängig davon, wie sie das auch erklären mögen –, wird sinken.

Roth: Sie haben die Frage trotzdem noch nicht beantwortet, warum Sie die Isolation ihres ganzen Landes riskiert haben …

Putin: Ich dachte, geantwortet zu haben, aber wenn Sie zusätzliche Erklärungen brauchen, das mache ich. Unser Land, das die Würde und den Stolz unserer Bürger verteidigen kann und die außenpolitischen Verpflichtungen im Rahmen der Friedensstiftung erfüllen kann, wird nicht in Isolation geraten, [kursiv] ungeachtet dessen, was unsere Partner in Europa und den USA im Rahmen ihres Blockdenkens sagen. Mit Europa und den USA endet die Welt nicht. Und im Gegenteil, ich möchte es noch mal betonen: Wenn Staaten ihre eigenen nationalen Interessen vernachlässigen, um außenpolitische Interessen anderer Staaten zu bedienen, dann wird die Autorität dieser Länder – unabhängig davon, wie sie das auch erklären mögen –, nach und nach sinken. D. h. wenn die europäischen Staaten die außenpolitischen Interessen der USA bedienen wollen, dann werden sie, aus meiner Sicht, nichts dabei gewinnen.

Jetzt reden wir mal über unsere internationalen rechtlichen Verpflichtungen. Nach internationalen Verträgen haben die russischen Friedensstifter die Pflicht, die zivile Bevölkerung von Südossetien zu verteidigen. Und jetzt denken wir mal an 1995 (Bosnien). Und wie ich und Sie gut wissen, haben sich die europäischen Friedensstifter, in dem Fall repräsentiert durch niederländische Streitkräfte, nicht in den Konflikt eingemischt und haben einer Seite damit erlaubt, einen ganzen Ort zu vernichten. Hunderte wurden getötet und verletzt. Das Problem und die Tragödie von Srebrenica ist in Europa sehr bekannt. Wollten Sie, daß wir auch so verfahren? Daß wir uns zurückgezogen hätten und den georgischen Streitkräften erlaubt hätten, die in Tschinwali lebende Bevölkerung zu vernichten? [kursiv Ende]

Roth: Herr Ministerpräsident, Kritiker sagen, Ihr eigentliches Kriegsziel war gar nicht, nur die südossetische Bevölkerung – aus Ihrer Sicht – zu schützen, sondern zu versuchen, den georgischen Präsidenten aus dem Amt zu treiben, um den Beitritt Georgiens über kurz oder lang zur NATO zu verhindern. Ist das so?

Putin: Das stimmt nicht, das ist eine Verdrehung der Tatsachen, das ist eine Lüge. Wenn das unser Ziel gewesen wäre, hätten wir [kursiv] vielleicht [kursiv Ende] den Konflikt begonnen. Aber, [kursiv] wie Sie selbst sagten, [kursiv Ende] das hat Georgien gemacht. Jetzt gestatte ich mir, an die Tatsachen zu erinnern. Nach der nicht legitimen Anerkennung des Kosovo haben alle erwartet, daß wir Südossetien und Abchasien anerkennen. Alle haben darauf gewartet, und wir hatten ein moralisches Recht dazu. Wir haben uns mehr als zurückgehalten. [kursiv] Ich will das auch nicht kommentieren. [kursiv Ende] Ja, mehr noch, wir haben das geschluckt. Und was haben wir bekommen? Eine Eskalation des Konfliktes. Überfall auf unsere Friedensstifter. Überfall und Vernichtung der friedlichen Bevölkerung in Südossetien. Das sind Tatsachen, die angesprochen wurden. [kursiv] Der französische Außenminister war in Nordossetien und hat sich mit Flüchtlingen getroffen. Die Augenzeugen berichten, daß die georgischen Streitkräfte mit Panzern Frauen und Kinder überfahren haben, die Leute in die Häuser getrieben und lebendig verbrannt haben. Georgische Soldaten haben, als sie nach Tschinwali kamen, – so im Vorbeigehen – Granaten in die Keller und Bunker geworfen, wo Frauen und Kinder sich versteckt hatten. Wie kann man so etwas anders nennen als Genozid?

Und jetzt zur Regierung in Georgien. [kursiv Ende] Das sind die Menschen, die ihr Land in die Katastrophe getrieben haben, die georgische Führung hat das mit eigenen Aktionen gemacht, die Staatlichkeit des eigenen Landes torpediert. Solche Menschen sollten keinen Staat führen, ob groß oder klein. Wären sie anständige Personen, sollten sie unbedingt zurücktreten.

[kursiv] Roth: Das ist jedoch nicht Ihre Entscheidung, sondern die der georgischen Regierung.

Putin: Natürlich, jedoch kennen wir auch Präzedenzfälle, die einen anderen Charakter haben. Ich erinnere nur an die amerikanische Invasion des Irak und daran, was sie mit Saddam Hussein gemacht haben, weil dieser ein paar schiitische Dörfer vernichtet hatte. Und hier wurden in den ersten Stunden der Kampfhandlungen auf südossetischem Territorium zehn ossetische Dörfer ausradiert.

Roth: Herr Ministerpräsident, sehen Sie sich denn im Recht, in das Territorium eines souveränen Staates, nämlich Georgien, vorzudringen und dort Bombardierungen durchzuführen? Ich selbst sitze hier nur aus purem Zufall mit Ihnen, da buchstäblich einige Meter von mir eine Bombe explodiert ist, die aus einem Ihrer Flugzeuge abgeworfen wurde. [Roth hielt sich Anfang August im Kriegsgebiet auf – d. Red.] Gibt Ihnen das aus völkerrechtlicher Sicht das Recht …

Putin: Wir haben uns absolut im Rahmen des Völkerrechts bewegt. Wir haben den Angriff auf unsere Friedensstifter, auf unsere Bürger als einen Angriff auf Rußland aufgefaßt. In den ersten Stunden der Kampfhandlungen töteten die georgischen Streitkräfte mehrere Dutzend unserer Blauhelmsoldaten. Sie haben unseren südlichen Posten – es gab einen südlichen und einen nördlichen – mit Panzern eingekreist und direkt beschossen. Als unsere Blauhelmsoldaten die Technik aus einem Hangar holen wollten, wurde ein Schlag mit dem Artilleriesystem »Grad« ausgeführt. Zehn Leute, die in diesen Hangar reingingen, wurden auf der Stelle getötet. Danach hat die georgische Luftwaffe Luftschläge in verschiedenen Punkten in Südossetien durchgeführt. Nicht in Tschinwali, sondern inmitten von Südossetien. Und wir sahen uns gezwungen, die Verwaltungspunkte der georgischen Streitkräfte, die sich außerhalb der Konfliktzone befanden, unschädlich zu machen. Das waren solche Punkte, von wo aus die Artillerieschläge und die Luftangriffe auf russische Blauhelme koordiniert und ausgeführt wurden.

Roth: Ich hatte ja gesagt, daß auch die Bombardierung der Zivilbevölkerung stattgefunden hat. Sie haben womöglich nicht alle Informationen.

Putin: Ich verfüge möglicherweise nicht über alle Informationen. Im Zuge der Kampfhandlungen sind Fehler möglich. Jetzt gerade hat die amerikanische Luftwaffe in Afghanistan einen Schlag gegen die Taliban durchgeführt und fast 100 Zivilisten getötet. Das ist die erste Möglichkeit. Die zweite, die wahrscheinlicher ist: die Verwaltungspunkte der georgischen Artillerie, der Luftwaffe und Radarstationen wurden mutwillig mitten in den Wohngebieten plaziert, damit die Wahrscheinlichkeit der Luftschläge gegen diese minimiert wird. Sie haben die Zivilbevölkerung und Sie als Geiseln benutzt. [kursiv Ende]

Roth: [kursiv] Das ist eine Mutmaßung. [kursiv Ende] Der französische Außenminister Kouchner hat viele Sorgen geäußert in den letzten Tagen, als Minister der Ratspräsidentschaft. Er hat auch die Sorge geäußert, daß der nächste Konfliktherd um die Ukraine beginnt, nämlich um die Krim, um die Stadt Sewastopol. Ist die Krim das nächste Ziel, der Sitz der Schwarzmeerflotte?

Putin: Sie sagten, »das nächste Ziel«. Wir haben auch hier kein Ziel gehabt. Deshalb ist es nicht korrekt, so zu reden. Und, wenn Sie gestatten, dann bekommen Sie eine zufriedenstellende Antwort: Die Krim ist kein kritisches Territorium, da hat es keinen ethnischen Konflikt gegeben, im Unterschied zum Konflikt zwischen Südossetien und Georgien. Und Rußland hat längst die Grenzen der heutigen Ukraine anerkannt. Im Grunde genommen haben wir die Grenzverhandlungen abgeschlossen. Da bleiben nur Demarkationsangelegenheiten, das ist eine technische Angelegenheit. Und eine solche Frage riecht nach Provokation. Da gibt es innerhalb der Krim komplizierte Prozesse, Krim-Tataren, ukrainische Bevölkerung, russische Bevölkerung, also slawische Bevölkerung. Das ist aber ein internes Problem der Ukraine. Es gibt einen Vertrag über die Flotte bis 2017.

Roth: Wo stehen wir? Ist es nur eine Eiszeit, ist es schon ein kalter Krieg, hat das Wettrüsten schon begonnen oder schließen Sie alles aus?

Putin: Rußland strebt keinerlei Verschiebungen an, keinerlei Spannungen. Obwohl auch das sein kann. Wir wollen gutnachbarschaftliche, partnerschaftliche Beziehungen unterhalten. [kursiv] Wenn Sie erlauben, dann sage ich, was ich darüber denke. Es gab die Sowjetunion und den Warschauer Pakt. Und es gab die sowjetischen Streitkräfte in der DDR, und man muß es ehrlich zugestehen, das waren Okkupationskräfte, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Ostdeutschland geblieben sind unter dem Deckmantel der Koalitionsstreitkräfte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion, des Warschauer Paktes sind diese Okkupationskräfte weg. Die Gefahr von seiten der Sowjetunion ist weg. Die NATO aber, die amerikanischen Streitkräfte in Europa sind immer noch da. Wofür?

Um Ordnung und Disziplin in den eignen Reihen zu halten, um alle Koalitionspartner innerhalb eines Blocks zu halten, braucht man eine außenstehende Gefahr. Und Iran ist da nicht ganz passend für diese Rolle. Man will daher einen Gegner wiederauferstehen lassen, und dieser soll Rußland sein. In Europa jedoch fürchtet uns niemand mehr. [kursiv Ende] (...)


[www.jungewelt.de]

Kleiner Schwank am Rande: Ein Freund von mir ist z.Zt. in Russland. Sein "Arbeitgeber", die Deutsche Bank, sucht dort gerade russische "Arbeitnehmer". Was die Deutsche Bank stört, sind die immer noch großzügigen russischen Kündigungsschutzgesetze aus sowjetischen Zeiten. So was wie "Eingliederungsvereinbarungen" kennen die russischen Menschen bisher auch noch nicht ...-

Karl

Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muß man die Umstände menschlich bilden.

Leo Plegger

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Beitrag vom 02.09.2008 22:11
Re: Leo Pleggers "freie gesellschaft"

Karl schrieb:
-------------------------------------------------------
> Was die freie Rede angeht, so hat hier die Junge
> Welt der "freien Gesellschaft" in der BRDDR mal
> etwas auf die Sprünge geholfen. Was der
> "öffentlich-rechtliche" Kanal nicht kann, die
> Junge Welt kann es:

Die Junge Welt redet nicht sonderlich frei, ist auch schwer mit derart dicken
ideologischen Brettern vorm Kopf.

Aber sie nutzt die Möglichkeit, die der freiheitliche kapitalistische
Parlamentarismus ihr gibt: zu drucken, was sie will. Aus vollen Rohren gegen die
Regierung, die Kapitalisten, "die da oben" zu schiessen. Und keiner muss nach
Sibirien.

Ich finde das schön. Aus unerfindlichen Gründen findest du dieses System dagegen
total scheiße.

QuixliPutzli

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Beitrag vom 03.09.2008 11:44
Re: Leo Pleggers "freie gesellschaft"

Leo Plegger schrieb:
-------------------------------------------------------
> Karl schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Was die freie Rede angeht, so hat hier die
> Junge
> > Welt der "freien Gesellschaft" in der BRDDR mal
> > etwas auf die Sprünge geholfen. Was der
> > "öffentlich-rechtliche" Kanal nicht kann, die
> > Junge Welt kann es:

L.P.:
> Die Junge Welt redet nicht sonderlich frei, ist
> auch schwer mit derart dicken
> ideologischen Brettern vorm Kopf.
>
> Aber sie nutzt die Möglichkeit, die der
> freiheitliche kapitalistische
> Parlamentarismus ihr gibt: zu drucken, was sie
> will. Aus vollen Rohren gegen die
> Regierung, die Kapitalisten, "die da oben" zu
> schiessen. Und keiner muss nach
> Sibirien.
>
> Ich finde das schön. Aus unerfindlichen Gründen
> findest du dieses System dagegen
> total scheiße.

wann begreifst du endlich, was herrn karls problem ist? freiheit macht angst. herr karl hat massive angst vor freiheit, er will sich und andere kontrollieren.
freiheit erfordert selbstverantwortung und die fähigkeit, entscheidungen zu treffen.
dies alles kann herr karl nicht, darum wurde er kommunist. und kommunismus ist in keinster weise ein politisches system, es ist einfach nur eine geisteskrankheit.


Das Leben ist eine Herausforderung, nimm sie an.
Das Leben ist Liebe, lebe sie.
Das Leben ist ein Traum, erkenne es.
Das Leben ist ein Spiel, spiele es!
(Sathya Sai Baba)

QuixliPutzli

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Beitrag vom 03.09.2008 14:02
die "freie gesellschaft"

QuixliPutzli schrieb:
-------------------------------------------------------
> Leo Plegger schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Karl schrieb:
> >
> --------------------------------------------------
>
> > -----
> > > Was die freie Rede angeht, so hat hier die
> > Junge
> > > Welt der "freien Gesellschaft" in der BRDDR
> mal

unsere gesellschaft ist keineswegs frei, nur etwas freier (und das ist SEHR wichtig) als die kommunistische diktatur, die herr karl errichten will.

Osho über den Weg in die Freiheit:


Solange du deine Persönlichkeit nicht aufgibst, kannst du deine Individualität nicht finden. Individualität wird dir von der Existenz geschenkt, die Persönlichkeit wird dir von der Gesellschaft aufgezwungen. Die Persönlichkeit ist gesellschaftlich angepaßt. Die Gesellschaft kann Individualität nicht dulden, denn Individualität kann nicht wie ein Schaf folgen. Individualität ist die Eigenschaft des Löwen; der Löwe geht seinen Weg allein. Schafe bewegen sich stets in der Herde, in der Hoffnung, daß ihnen die Herde Geborgenheit gibt. In der Herde fühlt man sich eher beschützt und sicher. In der Herde besteht jede Möglichkeit, einem möglichen Angreifer zu entkommen. Aber allein? Nur Löwen bleiben allein. Ihr alle werdet als Löwen geboren, aber die Gesellschaft konditioniert euch, programmiert euch zu Schafen. Sie gibt euch eine Persönlichkeit, eine behagliche, nette, angepaßte und sehr gehorsame Persönlichkeit. Die Gesellschaft will Sklaven, keine Menschen, die sich absolut der Freiheit verschrieben haben. Die Gesellschaft will Sklaven, weil nur Gehorsam den Mächtigen Profite bringt.:

http://i163.photobucket.com/albums/t281/GalfRendun/osho33.jpg

Das Leben ist eine Herausforderung, nimm sie an.
Das Leben ist Liebe, lebe sie.
Das Leben ist ein Traum, erkenne es.
Das Leben ist ein Spiel, spiele es!
(Sathya Sai Baba)



1 mal bearbeitet. Zuletzt durch QuixliPutzli am 03.09.08 14:03.

zebulon

Forumsleichenbestatter + Sektenbeauftragter

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Beitrag vom 03.09.2008 17:35
Re: die "freie gesellschaft"

Hats bei euch wieder gehagelt und du bist ohne Kopfbedeckung draußen rumgelaufen???achja

Post coitum omne animal triste est

Karl

subversiv

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Beitrag vom 05.09.2008 13:34
Re: Leo Pleggers "freie gesellschaft"


Leo Plegger:
Die Junge Welt redet nicht sonderlich frei, ist auch schwer mit derart dicken ideologischen Brettern vorm Kopf.
Aber sie nutzt die Möglichkeit, die der freiheitliche kapitalistische Parlamentarismus ihr gibt: zu drucken, was sie will. Aus vollen Rohren gegen die Regierung, die Kapitalisten, "die da oben" zu schiessen. Und keiner muss nach Sibirien.
Ich finde das schön. Aus unerfindlichen Gründen findest du dieses System dagegen total scheiße.

Um mal wieder den Bezug zum Putin-Interview herzustellen:

Es ist normal für die Hofberichterstattung - oder nenne es vorauseilende Selbstzensur - der Journalisten und Medien in der BRDDR, dass Interviews und andere Genres politisch tendenziös verkürzt/"fokussiert" sind.

Also: Da wird nicht einfach nur *etwas* weg gelassen, sondern i.d.R. etwas Bestimmtes.

Und das ist das, was schon ziemlich Scheiße ist.

Denn es wirkt volksverdummend und führt u.a. dazu, dass die Nicht-Hofberichterstattung solcher Blätter wie der Jungen Welt nicht auf den fruchtbaren Boden fallen, auf den sie ansonsten fallen würden.

Schließlich bin ich der Meinung, dass die dicken ideologischen Bretter vor'm Kopf eher bei der BILD-"Zeitung" oder der ARD zu finden sind. Ist ja auch kein Wunder, wenn man weiß, welche Leute diese Medien machen.


QuixliPutzli:
wann begreifst du endlich, was herrn karls problem ist? freiheit macht angst. herr karl hat massive angst vor freiheit, er will sich und andere kontrollieren.
freiheit erfordert selbstverantwortung und die fähigkeit, entscheidungen zu treffen.
dies alles kann herr karl nicht, darum wurde er kommunist. und kommunismus ist in keinster weise ein politisches system, es ist einfach nur eine geisteskrankheit.

Was ist denn Deiner Meinung nach Kommunismus? Aber jetzt nicht bei BILD oder der ARD recherchieren! Die verblöden dich nur weiter und das kannst du dir nicht leisten!

Karl

Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muß man die Umstände menschlich bilden.



1 mal bearbeitet. Zuletzt durch Karl am 05.09.08 13:38.

QuixliPutzli

registriert am 15.03.2005



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Beitrag vom 05.09.2008 23:18
Re: Leo Pleggers "freie gesellschaft"

Karl schrieb:
-------------------------------------------------------
> Die Junge Welt redet nicht sonderlich frei, ist
> auch schwer mit derart dicken ideologischen
> Brettern vorm Kopf.
> Aber sie nutzt die Möglichkeit, die der
> freiheitliche kapitalistische Parlamentarismus ihr
> gibt: zu drucken, was sie will. Aus vollen Rohren
> gegen die Regierung, die Kapitalisten, "die da
> oben" zu schiessen. Und keiner muss nach
> Sibirien.
> Ich finde das schön. Aus unerfindlichen Gründen
> findest du dieses System dagegen total scheiße.

karl:
> Um mal wieder den Bezug zum Putin-Interview
> herzustellen:
>
> Es ist normal für die Hofberichterstattung - oder
> nenne es vorauseilende Selbstzensur - der
> Journalisten und Medien in der BRDDR, dass
> Interviews und andere Genres politisch tendenziös
> verkürzt/"fokussiert" sind.
>
> Also: Da wird nicht einfach nur *etwas* weg
> gelassen, sondern i.d.R. etwas Bestimmtes.

bei jeder verkürzung wird etwas weggelassen, was jmd. anderes, je nach sichtweise, wichtig findet. doch wer will ellenlange interviews lesen?

> Und das ist das, was schon ziemlich Scheiße ist.
>
> Denn es wirkt volksverdummend und führt u.a.
> dazu, dass die Nicht-Hofberichterstattung solcher
> Blätter wie der Jungen Welt nicht auf den
> fruchtbaren Boden fallen, auf den sie ansonsten
> fallen würden.
>
> Schließlich bin ich der Meinung, dass die dicken
> ideologischen Bretter vor'm Kopf eher bei der
> BILD-"Zeitung" oder der ARD zu finden sind. Ist ja
> auch kein Wunder, wenn man weiß, welche Leute
> diese Medien machen.

natürlich haben die dicke bretter vor dem kopf. aber die jw nicht minder, nur das die anderer ideologischer natur sind.

qp:
> wann begreifst du endlich, was herrn karls problem
> ist? freiheit macht angst. herr karl hat massive
> angst vor freiheit, er will sich und andere
> kontrollieren.
> freiheit erfordert selbstverantwortung und die
> fähigkeit, entscheidungen zu treffen.
> dies alles kann herr karl nicht, darum wurde er
> kommunist. und kommunismus ist in keinster weise
> ein politisches system, es ist einfach nur eine
> geisteskrankheit.

karl:
> Was ist denn Deiner Meinung nach Kommunismus? Aber
> jetzt nicht bei BILD oder der ARD recherchieren!
> Die verblöden dich nur weiter und das kannst du
> dir nicht leisten!
>
> Karl

ich konsumiere weder bild noch ard. und kommunismus war BISHER das, was im letzten jahrhundert 80 mio. menschen gekillt hat.

was kommunismus im eigentlichen sinn sein könnte, ist eine andere frage. für mich eine gesellschaft aus freien, wachen und bewußten menschen, die die verantwortung für sich und ihre mitwelt zu übernehmen in der lage sind. menschen, die von der einheit allen seins wissen und schon allein deshalb niemanden ausbeuten.
das ganze hat mit besitzverhältnissen wenig zu tun, sondern eher mit menschlicher reife.
und die scheint IHNEN leider noch zu fehlen.


Das Leben ist eine Herausforderung, nimm sie an.
Das Leben ist Liebe, lebe sie.
Das Leben ist ein Traum, erkenne es.
Das Leben ist ein Spiel, spiele es!
(Sathya Sai Baba)

Karl

subversiv

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Beitrag vom 07.09.2008 12:19
Re: Leo Pleggers "freie gesellschaft"


QuixliPutzli:
ich konsumiere weder bild noch ard. und kommunismus war BISHER das, was im letzten jahrhundert 80 mio. menschen gekillt hat.

Tut mir leid, aber so steht es in BILD. Das ist so einfach falsch.

"Der Kommunismus" hat nicht einfach so aus dem Nichts 80 Mio Menschen "gekillt". Wer so etwas behauptet, der blendet die gesamte Geschichte seit 500 Jahren aus.

Etwas differenzierter sollten solche Aussagen schon sein. Und da sollte man schon einen Blick in die diversen Forschungen werfen.


QuixliPutzli:
was kommunismus im eigentlichen sinn sein könnte, ist eine andere frage. für mich eine gesellschaft aus freien, wachen und bewußten menschen, die die verantwortung für sich und ihre mitwelt zu übernehmen in der lage sind. menschen, die von der einheit allen seins wissen und schon allein deshalb niemanden ausbeuten.
das ganze hat mit besitzverhältnissen wenig zu tun, sondern eher mit menschlicher reife. und die scheint IHNEN leider noch zu fehlen.

Wie? Kommunismus bedeutet einfach ein Ansammlung reifer Menschen, die der Ausbeutung abgeschworen haben? Und in welchen Eigentums-Verhältnissen (bezüglich der großen Produktionsmittel) leben die dann? Ach, das ist egal? Na so was aber auch!

Dann braucht man ja nichts zu ändern, außer dem bloßen Bewusstsein der breiten Masse. Das schreiben BILD- und osho-Zeitung ja auch.

Strukturkonservativ bist Du und wie immer ein politischer, religiös-"philosophisch" verbrämter Mainstream-Schwätzer. thumbs down

Karl

Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muß man die Umstände menschlich bilden.

QuixliPutzli

registriert am 15.03.2005



Beiträge: 2557


Beitrag vom 08.09.2008 01:36
Re: Leo Pleggers "freie gesellschaft"

Karl schrieb:
-------------------------------------------------------
> ich konsumiere weder bild noch ard. und
> kommunismus war BISHER das, was im letzten
> jahrhundert 80 mio. menschen gekillt hat.
>
> Tut mir leid, aber so steht es in BILD. Das ist so
> einfach falsch.
>
> "Der Kommunismus" hat nicht einfach so aus dem
> Nichts 80 Mio Menschen "gekillt".

nicht aus dem nichts, sondern aus einer irrlehre heraus.

> Wer so etwas
> behauptet, der blendet die gesamte Geschichte seit
> 500 Jahren aus.

ist der kommunismus nun schon 500 jahre alt?


> Etwas differenzierter sollten solche Aussagen
> schon sein. Und da sollte man schon einen Blick in
> die diversen Forschungen werfen.

und? wie viele waren es nach ihrer rechnung?

> was kommunismus im eigentlichen sinn sein könnte,
> ist eine andere frage. für mich eine gesellschaft
> aus freien, wachen und bewußten menschen, die die
> verantwortung für sich und ihre mitwelt zu
> übernehmen in der lage sind. menschen, die von
> der einheit allen seins wissen und schon allein
> deshalb niemanden ausbeuten.
> das ganze hat mit besitzverhältnissen wenig zu
> tun, sondern eher mit menschlicher reife. und die
> scheint IHNEN leider noch zu fehlen.
>
> Wie? Kommunismus bedeutet einfach ein Ansammlung
> reifer Menschen, die der Ausbeutung abgeschworen
> haben? Und in welchen Eigentums-Verhältnissen
> (bezüglich der großen Produktionsmittel) leben
> die dann? Ach, das ist egal? Na so was aber auch!

na, das ist wohl zu viel für sie. sprengt ihre vorstellungskraft.

> Dann braucht man ja nichts zu ändern, außer dem
> bloßen Bewusstsein der breiten Masse.

eben. doch ein geistiger grobmotoriker wie sie hat natürlich keine ahnung, was bewusstsein überhaupt ist. und von besitz haben sie als kommunist auch keine ahnung. besitz ist ja für sie nur, anderen was weggenommen zu haben.
und was die spirituelle dimension von besitz angeht...das wird zu viel um diese zeit.


> Das
> schreiben BILD- und osho-Zeitung ja auch.

BILD lese ICH nicht, und OSHO-TIMES lesen SIE nicht. von daher kann ich nicht wissen, dass BILD sich plötzlich mit bewusstsein beschäftigt.

> Strukturkonservativ bist Du und wie immer ein
> politischer, religiös-"philosophisch" verbrämter
> Mainstream-Schwätzer. thumbs down

arbeitslager?

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Beitrag vom 08.09.2008 22:56
132 Euro reichen für die Luschen

Leo Plegger schrieb:
-------------------------------------------------------

.....................
> Exakt die, die inzwischen die Nase voll hat, sich
> von irgendwelchen Luschen
> ständig verarschen zu lassen.

Leo hat völlig recht.
132 Euro reichen ja auch völlig aus um die "Luschen" mitzuernähren.Das ist doch jetzt klar bewiesen.
Aber warum eigentlich sollten die Luschen sich nicht an Trockenfutter gewöhnen können,und man könnte sie im Tierheim für glatte 79 Euro monatlich
ganzjährig unterbringen.
Man könnte ja zur moralischen Entlastung an den Boxen das Wort Homo Sapiens weglassen und eine frühere Form benennen.
Australopithecus afarensis wäre mein Vorschlag,dann würde weder der Tierschutzverein noch Menschenrechtsgruppen demonstrieren.

Post coitum omne animal triste est



1 mal bearbeitet. Zuletzt durch zebulon am 08.09.08 22:59.



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